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Neue natürliche Rohstoffe zur Kraftstoffherstellung erforscht

Zur Herstellung des Großteils unserer Kraftstoffe vertrauen wir zurzeit noch immer auf Kohle, Öl und Erdgas. Angesichts des begrenzten Umfangs der uns für die Energieversorgung von Haushalten, Industrie und Verkehr zur Verfügung stehenden fossilen Brennstoffe brauchen wir umweltfreundlichere Ressourcen.

Deshalb arbeiten Wissenschaftler unaufhörlich an innovativen Alternativen zu fossilen Energieträgern. Hier sind drei Beispiele solcher Lösungen:

 

NextFuel

Eines der größten klimabezogenen Probleme ist die Menge der in die Atmosphäre abgegebenen Treibhausgase, vor allem CO2. Weltweit sind 78% der Treibhausgasemissionen auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund ist der Brennstoff NextFuel eine bahnbrechende Innovation – er soll sogar CO2-negativ sein.

Der Brennstoff NextFuel wird in weniger als 30 Minuten aus Elefantengras hergestellt.
Die zentrale Prämisse dieser Art der Kraftstoffherstellung lautet, dass in der Wachstumsphase des Elephantengrases mehr CO2 aufgenommen wird als bei der späteren Fuelgewinnung und der darauffolgenden Verbrennung abgegeben wird. Dies wäre eine große Innovation auf der Suche nach umweltfreundlicheren Brennstoffen. Nicht nur, dass Elefantengras auf Flächen wächst, die ohnehin nicht zur Nahrungsmittelproduktion geeignet sind, sondern zudem auch noch Kohlenstoff in seinen Wurzeln speichert. So könnte das Erdreich innerhalb eines Jahrzehnts so fruchtbar gemacht werden, dass es sich zur landwirtschaftlichen Nutzung eignete.

Biokraftstoff aus Hanf

Zu den aus pflanzlichen Substanzen gewonnenen Biokraftstoffen gehören auch Biodiesel und Bioethanol, die aus Hanf hergestellt werden können. Zwar werden auch Mais, Weizen und Zucker zur Produktion von Biokraftstoff verwendet, der Vorteil von Hanf ist jedoch, dass er Giftstoffe aufnimmt, die durch Schädlings- und Unkrautbekämpfungsmittel in den Boden gelangt sind; das macht ihn zu einem hervorragenden Rohstoff für umweltfreundlichere Brennstoffe.

Wie der Hanf diese Giftstoffe umwandelt und welche neuen Stoffe er dabei generiert ist Teil vieler Forschungsarbeiten. Generell scheint die Verwendung von Hanf als Quelle für Biokraftstoffe aber vorteilhaft zu sein.

 

Nachhaltiges Kerosin

Die Luftfahrt verursacht 2% der weltweiten Kohlenstoffdioxidemissionen, indem sie jährlich rund 781 Mio. Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgibt. Neben CO2-Emissionen stellt auch der jedes Jahr in großen Mengen anfallende Plastikmüll eine enorme Bedrohung für unseren Planeten dar. Der innovative Öko-Kraftstoffentwickler Velocys geht beide Probleme zugleich an, indem er Haushalts- und Gewerbeabfälle, unter anderem auch Kunststoff, zur Herstellung von nachhaltigem Kerosin verwendet.

Das für die Umsetzung bis Mitte der 2020er Jahre geplante Projekt wird Gase aus der Verbrennung von Abfällen, die sonst auf Deponien oder in den Weltmeeren landen würden, zur Gewinnung einer umweltfreundlichen Alternative zu herkömmlichem Kerosin einsetzen. Bestenfalls sollen dadurch 70% weniger Treibhausgasemissionen als mit dem bisherigen Kerosin erzielt werden.